Kurz gefasst
- Das Krankengeld bei gewöhnlicher Erkrankung und Unfällen außerhalb der Arbeit wird gestuft berechnet, nach der Zahl der Tage auf der Bescheinigung: 55 % der Bemessungsgrundlage bei Bescheinigungen bis 7 Tage, 65 % bei 8 bis 14 Tagen und 75 % bei mehr als 15 Tagen.
- Der gemeinsame Erlass des Gesundheitsministeriums und der Nationalen Krankenversicherungskasse fügt dem monatlichen Meldeformular der Arbeitgeber vier neue Zeilen hinzu, J1.2 bis J1.5, je eine pro Satz plus eine für Beträge aus Neuberechnungen.
- Praktisch müssen Arbeitgeber die Beträge nun je Stufe getrennt melden, nicht mehr als einen zusammengefassten Betrag.
Veröffentlicht: Amtsblatt Nr. 606 vom 24. Juli 2026
In Kraft seit: 24. Juli 2026
Eine fünftägige Krankschreibung wegen einer Erkältung wird nicht mehr wie eine Krankschreibung nach einer Operation bezahlt, die zwei Wochen zu Hause bedeutet, und dieser Unterschied taucht künftig auch in dem Formular auf, das der Arbeitgeber monatlich an die Krankenkasse schickt. Das rumänische Gesundheitsministerium und die Nationale Krankenversicherungskasse haben mit dem gemeinsamen Erlass Nr. 909/1.231/2026 die Durchführungsbestimmungen zur Dringlichkeitsverordnung Nr. 158/2005 über Krankengeld und Leistungen der Krankenversicherung ergänzt. Es ist der zweite gemeinsame Erlass der beiden Institutionen im Juli 2026, nach jenem, mit dem die Therapieprotokolle für Dutzende erstattungsfähige Arzneimittel aktualisiert wurden.
Der Erlass ist kurz und wirkt rein technisch: Er fügt einer Meldeanlage vier Positionen hinzu. Diese vier Positionen sind jedoch das buchhalterische Spiegelbild einer Änderung, die alle Arbeitnehmer in Rumänien betrifft und im vergangenen Jahr durch Artikel VII der Dringlichkeitsverordnung Nr. 89/2025 eingeführt wurde. Von einem einheitlichen Satz auf die Bemessungsgrundlage ging das System zu drei Sätzen über, je nach Dauer der Krankschreibung bei gewöhnlicher Erkrankung oder Unfällen außerhalb der Arbeit. Bislang hatte diese Differenzierung keinen Platz in der monatlichen Arbeitgebermeldung. Seit dem 24. Juli 2026 hat sie einen.
Welche Wirkungen der Erlass hat
In Anlage Nr. 10 zu den Bestimmungen, dem Formular, mit dem Arbeitgeber die vom Nationalen Einheitlichen Krankenversicherungsfonds zu erstattenden Beträge melden, werden nach Buchstabe J1.1 vier neue Buchstaben eingefügt. J1.2 erfasst Leistungen wegen vorübergehender Arbeitsunfähigkeit aus der Anwendung des Satzes von 55 % auf die Bemessungsgrundlage, für Bescheinigungen, die für einen Zeitraum von bis zu 7 Tagen ausgestellt wurden. J1.3 entspricht dem Satz von 65 % für Bescheinigungen über einen Zeitraum von 8 bis 14 Tagen. J1.4 entspricht dem Satz von 75 % für Bescheinigungen über mehr als 15 Tage. J1.5 ist eine eigene Zeile für Leistungen zu Bescheinigungen bei gewöhnlicher Erkrankung, die aus einer Neuberechnung resultieren, mit einem der drei Sätze.
Für die Lohnbuchhaltung ist die Wirkung sofort spürbar: Die Meldung passt nicht mehr in eine einzige Zeile. Jede Bescheinigung ist nach der Zahl der Tage, für die sie ausgestellt wurde, einer der drei Stufen zuzuordnen, und die Beträge werden getrennt kumuliert. Zeile J1.5 löst ein häufiges Praxisproblem, nämlich das nachträglich neu berechneter Bescheinigungen, etwa wenn die Bemessungsgrundlage oder die Tageszahl korrigiert wird.
Für Beschäftigte ändert der Erlass an sich nichts, denn die Sätze galten bereits. Er ändert jedoch die Transparenz: Die Beträge auf der Lohnabrechnung haben nun eine klare Entsprechung in der amtlichen Meldung, und Zuordnungsfehler lassen sich leichter erkennen, sowohl für die Kasse als auch für die Beschäftigten.
Ein oft übersehener Punkt verdient Hervorhebung: Die Schwellen beziehen sich auf den Zeitraum, für den die Bescheinigung ausgestellt wurde, nicht auf die Gesamtzahl der Krankheitstage im Jahr. Wer drei getrennte Bescheinigungen über je 5 Tage erhält, bekommt für jede 55 %, nicht 75 %, sobald 15 Tage zusammenkommen.
Was sich gegenüber der bisherigen Lage geändert hat
- Die Meldung wird nach Sätzen aufgeschlüsselt: vor diesem Erlass hatte Anlage Nr. 10 eine einzige Zeile, J1.1, für Leistungen wegen vorübergehender Arbeitsunfähigkeit bei gewöhnlicher Erkrankung; jetzt sind es fünf.
- Jede Stufe hat ihre eigene Zeile: 55 % für Bescheinigungen bis 7 Tage, 65 % für 8 bis 14 Tage, 75 % über 15 Tage.
- Neuberechnungen haben eine eigene Zeile: Buchstabe J1.5 erfasst Beträge aus der Neuberechnung von Bescheinigungen bei gewöhnlicher Erkrankung, unabhängig vom Satz.
- Die Bestimmungen von 2018 werden an das Recht von 2025 angepasst: Der Erlass bringt das Meldeformular in Einklang mit Artikel VII der Dringlichkeitsverordnung Nr. 89/2025, der die gestuften Sätze eingeführt hatte.
- Weder Sätze noch Bemessungsgrundlage ändern sich: Der Erlass ändert keine Ansprüche, nur ihre Darstellung in der Arbeitgebermeldung.
Vorteile und Nachteile
Was besser wird
- Er beseitigt eine echte Inkonsistenz: Die gestuften Sätze galten seit 2025, doch das amtliche Meldeformular kannte sie nicht, sodass Arbeitgeber improvisieren mussten.
- Er macht die Zuordnung jeder Bescheinigung überprüfbar, für die Kasse ebenso wie für Beschäftigte, die den ausgezahlten Betrag verstehen wollen.
- Die eigene Zeile für Neuberechnungen verhindert, dass korrigierte und ursprüngliche Beträge vermischt werden, eine häufige Quelle von Abrechnungsdifferenzen.
- Der Erlass ist kurz und bringt außer der Aufschlüsselung keine neuen Verwaltungspflichten, der Umstellungsaufwand bleibt gering.
Was problematisch bleibt
- Er tritt am Tag der Veröffentlichung, dem 24. Juli 2026, mitten in einem Meldemonat in Kraft, ohne ausdrückliche Übergangsfrist für die Anpassung der Lohnsoftware.
- Der Text klärt nicht, wie Bescheinigungen zu behandeln sind, die vor Inkrafttreten ausgestellt, aber danach gemeldet werden; die Auslegung bleibt den Kreiskassen überlassen.
- Das Stufensystem, das der Erlass nur buchhalterisch abbildet, entmutigt kurze Krankschreibungen, also gerade jene, die bei saisonalen ansteckenden Erkrankungen empfohlen werden.
- Zu Folgebescheinigungen derselben Erkrankung sagt der Erlass nichts Ausdrückliches, obwohl gerade sie in der Praxis die meisten Zuordnungsfragen aufwerfen.
Praktische Hinweise
- Wenn Sie Arbeitnehmer sind: Prüfen Sie auf der Lohnabrechnung den angewandten Satz, nicht nur den Betrag. Bei einer Bescheinigung bis 7 Tage sind 55 % der Bemessungsgrundlage korrekt, bei 8 bis 14 Tagen 65 %, bei mehr als 15 Tagen 75 %.
- Wenn Ihre Erkrankung mehr als eine Woche Erholung braucht: Besprechen Sie die tatsächlich nötige Dauer mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Die Schwellen gelten für den auf der Bescheinigung eingetragenen Zeitraum.
- Wenn Sie in der Lohnbuchhaltung arbeiten: Passen Sie die Software so an, dass sie die Beträge für J1.2, J1.3, J1.4 und J1.5 getrennt ausweist. Eine zusammengefasste Meldung auf der alten Zeile J1.1 entspricht dem Formular nicht mehr.
- Wenn Bescheinigungen neu berechnet wurden: Melden Sie die resultierenden Beträge unter Buchstabe J1.5, nicht in der ursprünglichen Satzstufe, um Abrechnungsdifferenzen zu vermeiden.
- Wenn Sie ein kleiner Arbeitgeber ohne eigene Software sind: Fordern Sie bei der Kreiskrankenkasse vor der ersten Meldung das aktualisierte Formular an.
Häufige Fragen
Wie viel Prozent meines Gehalts erhalte ich bei Krankschreibung?
Gelten die Sätze je Bescheinigung oder für die Jahressumme?
Kürzt dieser Erlass meine Leistung?
Was ist Anlage Nr. 10?
Wofür ist Zeile J1.5?
Ab wann gilt das?
Originaltext des Rechtsakts
Der nachstehende Text wird auf Rumänisch wiedergegeben, in der amtlichen Fassung der Veröffentlichung.
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MINISTERUL SĂNĂTĂȚII – Nr. 909 din 21 iulie 2026
CASA NAȚIONALĂ DE ASIGURĂRI DE SĂNĂTATE – Nr. 1.231 din 30 iunie 2026
ORDIN pentru completarea Normelor de aplicare a prevederilor Ordonanței de urgență a Guvernului nr. 158/2005 privind concediile și indemnizațiile de asigurări sociale de sănătate, aprobate prin Ordinul ministrului sănătății și al președintelui Casei Naționale de Asigurări de Sănătate nr. 15/2018/1.311/2017
EMITENT: MINISTERUL SĂNĂTĂȚII, CASA NAȚIONALĂ DE ASIGURĂRI DE SĂNĂTATE
Publicat în: MONITORUL OFICIAL nr. 606 din 24 iulie 2026
Având în vedere:
– Ordonanța de urgență a Guvernului nr. 158/2005 privind concediile și indemnizațiile de asigurări sociale de sănătate, aprobată cu modificări și completări prin Legea nr. 399/2006, cu modificările și completările ulterioare;
– art. VII din Ordonanța de urgență a Guvernului nr. 89/2025 pentru modificarea și completarea Legii nr. 227/2015 privind Codul fiscal, reglementarea unor măsuri fiscal-bugetare, precum și pentru modificarea și completarea unor acte normative, cu modificările și completările ulterioare;
– Referatul de aprobare al Ministerului Sănătății nr. 909R din 21.07.2026 și al Casei Naționale de Asigurări de Sănătate nr. DG 7.581 din 30.06.2026,
în temeiul dispozițiilor art. 7 alin. (4) din Hotărârea Guvernului nr. 144/2010 privind organizarea și funcționarea Ministerului Sănătății, cu modificările și completările ulterioare, ale art. 291 alin. (2) din Legea nr. 95/2006, republicată, cu modificările și completările ulterioare, și ale art. 17 alin. (5) din Statutul Casei Naționale de Asigurări de Sănătate, aprobat prin Hotărârea Guvernului nr. 972/2006, cu modificările și completările ulterioare,
ministrul sănătății, interimar, și președintele Casei Naționale de Asigurări de Sănătate emit următorul ordin:
Art. I. – În anexa nr. 10 la Normele de aplicare a prevederilor Ordonanței de urgență a Guvernului nr. 158/2005 privind concediile și indemnizațiile de asigurări sociale de sănătate, aprobate prin Ordinul ministrului sănătății și al președintelui Casei Naționale de Asigurări de Sănătate nr. 15/2018/1.311/2017, publicat în Monitorul Oficial al României, Partea I, nr. 31 din 12 ianuarie 2018, cu modificările și completările ulterioare, după litera J1.1 se introduc patru noi litere, literele J1.2-J1.5, cu următorul cuprins:
„– J1.2 ……………………… lei, reprezentând indemnizații pentru incapacitate temporară de muncă, cauzată de boli obișnuite sau de accidente în afara muncii, prin aplicarea procentului de 55% asupra bazei de calcul pentru certificatele de concediu medical eliberate pentru o perioadă de până la 7 zile de incapacitate temporară de muncă;
– J1.3 ……………………… lei, reprezentând indemnizații pentru incapacitate temporară de muncă, cauzată de boli obișnuite sau de accidente în afara muncii, prin aplicarea procentului de 65% asupra bazei de calcul pentru certificatele de concediu medical eliberate pentru o perioadă cuprinsă între 8 și 14 zile de incapacitate temporară de muncă;
– J1.4 ……………………… lei, reprezentând indemnizații pentru incapacitate temporară de muncă, cauzată de boli obișnuite sau de accidente în afara muncii, prin aplicarea procentului de 75% asupra bazei de calcul pentru certificatele de concediu medical eliberate pentru o perioadă de peste 15 zile de incapacitate temporară de muncă;
– J1.5 ……………… lei, reprezentând indemnizații aferente certificatelor de concediu medical acordate pentru boli obișnuite, rezultate ca urmare a recalculării (prin aplicarea procentului de 55%/65%/75% asupra bazei de calcul pentru certificatele de concediu medical eliberate);“.
Art. II. – Prezentul ordin se publică în Monitorul Oficial al României, Partea I.
Ministrul sănătății, interimar,
Cseke Attila-Zoltán
p. Președintele Casei Naționale de Asigurări de Sănătate,
Liliana Maria Mihai
Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Wenden Sie sich für konkrete Sachverhalte an einen zugelassenen Rechtsanwalt oder Steuerberater.
